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Rothe, J. Z Herz- Thorax- Gefäßchir (2016) 30: 132.

"The final publication is available at Springer via http://dx.doi.org/10.1007/s00398-016-0060-y".

Auf der Suche nach dem „richtigen“ Klavier

BuchAuch wenn früher nicht alles besser war,...

... waren es die Klaviere vielleicht doch?

Musikalische Ambitionen, die nicht für die Bretter der Welt bestimmt sind, kommen doch oft im Privaten zur Geltung. Vielleicht kommen diese hier sogar zur Vollendung, denn die Kunst im Privaten ist zumeist frei von äußeren Zwängen. Es sind daher viele Hobbymusiker, die die Werkstatt des Autors aufsuchen und darunter häufig auch Ärzte. Dies führte zu einer Verbindung, aus der der Gedanke erwuchs, einen Beitrag für die vorliegende medizinische Fachzeitschrift zu schreiben. Ob dem nun ein besonderer Grund oder reiner Zufall zugrunde liegt, ist nicht klar. Hier soll es jedoch um Klaviere und Flügel gehen. Speziell um Instrumente des endenden 19. und frühen 20. Jhs. Dieser Zeitraum beschreibt den Hochpunkt des deutschen Klavierbaus [2] und steht für technisch ausgereifte Pianos, die nach alter Tradition gebaut wurden.

Was zeichnet die alten Klaviere
aus?

Es ist die Suche nach dem ganz speziellen Charakter, der mal stark oder auch nur ganz schwach aus den „alten Klapperkisten“ zum Vorschein kommt. Die Mischungen verschiedenster Geräusche, die auf den Verschleiß schließen lassen, können doch das Schöne nicht ganz überdecken. Schließlich hat der Klang neben dem hohen Gewicht und dem dekorativen Design den über 100 Jahre alten Instrumenten bisher das Überleben gesichert. Doch wie wichtig ist dabei der Klangaspekt überhaupt? Zurzeit gibt es enorm viele alte Tasteninstrumente, die auf dem Gebrauchtwarenmarkt veräußert werden. Ein Blick in Ebay genügt, um bei der Klaviersuche vollends verunsichert zu werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Alltagsprodukten gilt für Klaviere, dass neu nicht immer die erste Wahl ist. Da die Alterung und der Verschleiß recht langsam erfolgen, sind gebrauchte Klaviere eine ernst zu nehmende Alternative zu neuen Instrumenten. Neben diesen häufig bis zu 30 bis 40 Jahre alten Klavieren gibt es aber auch weitaus ältere Modelle aus der vorletzten Jahrhundertwende. Was diese Instrumente auszeichnet, sind ein voller Klang und hervorragende Qualität. Allerdings kann ein Flügel nach 100 Jahren kaum ohne aufwendige Instandsetzung genutzt werden.
Warum gerade dieses Alter besonders herausragt, kann anhand der Geschichte gezeigt werden.

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"The final publication is available at Springer via http://dx.doi.org/10.1007/s00398-016-0060-y".

Im Flügelsaal

Bevor ich die Brüder Rothe gefunden habe, hatte ich bereits einige Wochen lang verschiedene Klaviergeschäfte und –häuser in NRW und Hessen besucht – leider ohne Erfolg. Ich fing an, langsam an mir und meiner Wahrnehmung zu zweifeln. Es konnte ja schließlich nicht sein, dass es nirgends einen Flügel gab, der mir gefiel. Ich konnte nicht genau sagen, was mir fehlt, ich wusste nur, dass mich kein Instrument ansprach. Über einen Suchmaschinen- Zufallstreffer bin ich dann schließlich irgendwann auf die Website von Piano Rothe gestoßen. Nachdem ich mit Jendrik Rothe kurzfristig einen Termin vereinbart habe, bin ich dann also ins Lautertal gefahren. Der erste Eindruck war für mich sehr positiv. Jendrik hat sich sehr viel Zeit genommen und mir zunächst bei einer kleinen Werkstattführung die Arbeit und die Philosophie von Rothe Piano erklärt. Danach hatte ich die Gelegenheit, im Flügelsaal (anders kann ich es nicht nennen – ein heller, großer Saal mit Kronleuchter) Instrumente verschiedener Hersteller anzuspielen. Hier habe ich schöne, alte und vor allem charakterstarke Flügel gefunden, bei denen ich selbst im unrestaurierten oder halbrestaurierten Zustand eine Seele finden konnte. Und genau das war der Unterschied zu den vielen Flügeln, die ich bis dahin angespielt hatte. Jetzt wusste ich, dass ich also doch nicht super wählerisch oder nicht zufriedenzustellen bin.
Jendrik hat ein sehr gutes Gespür dafür gezeigt, herauszufinden, welcher Typ ich bin und konnte mir dann mit entsprechenden Fragen und Vorschlägen helfen, das Instrument zu finden, welches am besten zu mir passt. In meinem Fall ist es ein Carl Mand Flügel aus dem Jahr 1913 geworden. Da ich von Carl Mand vorher noch nie etwas gehört habe und mich ursprünglich eher an die Hersteller halten wollte, die ich eben so kannte (Steinway, Bechstein, Ibach, Blüthner), war dieses Instrument für mich eine sehr große Überraschung. Ich habe noch keinen anderen Flügel gespielt oder gehört, der einen solch schönen Klang hat und der so sensibel reagiert und mir jede gewünschte Ausdrucksweise ermöglicht. Der Auftrag für eine Restaurierung war dann erteilt und nach einem Jahr Wartezeit stand der Flügel 2017 in meinem Wohnzimmer. Ich bin immer noch sehr glücklich über meine Wahl und kann jedem, der bei seiner Suche in verschiedenen Klavierhäusern kein Instrument findet, das ihn berührt, der eine gute, persönliche Beratung schätzt und der etwas Schönes und Besonderes sucht, Piano Rothe nur empfehlen.

Katharina Cendecki

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